Pfingstmontag
Es ist jetzt etwas mehr als eine Woche her, dass sich Mario (45) von mir (37) getrennt hat. Obwohl wir nur zwei Monate zusammen waren, fühle ich mich ihm so verbunden wie schon lang keinem Menschen mehr. Einen, von dem ich mich verstanden gefühlt habe, der mir vertraut hat, der tiefsinnig, romantisch, liebevoll ist und mit dem man sich stundenlang über Gott und die Welt unterhalten kann. Und ich habe diesen wunderbaren Menschen verloren.
Er hat mir viele intime Details aus seinem Leben anvertraut. Dinge, die man nicht einfach jedem erzählt. Dafür hab ich ihn immer bewundert. Denn ich konnte es nicht.
In unserem letzten persönlichen Gespräch, hat er mir gesagt, dass ich für ihn immer wie ein grauer Schatten war und die Gefühle, die am Anfang da waren verschwunden sind. Zuerst habe ich nicht verstanden was er damit meint, doch jetzt glaube ich es zu verstehen. Ich hab ihm fast nie die Gelegenheit gegeben mehr Details von mir zu erfahren, aus meinem Leben, die Frau die ich wirklich bin. Immer wieder hab ich abgeblockt, gesagt „können wir von etwas anderem reden“. Er hat mich an dem Punkt nie gedrängt. Hat es akzeptiert. Dafür bin ich ihm dankbar. Aber leider bin ich dadurch für ihn ein „grauer Schatten“ geblieben, einer der nicht zu durchschauen ist, bei dem man nichts erkennt, nichts was greifbar ist, ohne Schattierungen - einfach nur grau.
Ich vermiss ihn. Jeden Tag muss ich weinen. Darüber, dass ich einfach nicht gemerkt habe wie wichtig es ist, sich einem Menschen, mit dem man eventuell sein Leben verbringen möchte, zu öffnen. Am Anfang hatte er mir mal eine SMS mit den Worten „Ohne Ehrlichkeit, kein Vertrauen“ geschickt. Warum hab ich mir das nicht zu Herzen genommen?
Erst als er sich von mir getrennt hatte, hab ich ihm alles erzählt. Auch die Dinge, die ich noch keinem anderen Menschen erzählt hatte. Dabei musste ich immer wieder so sehr weinen, dass mir das reden teilweise schwerfiel. Doch es war zu spät für ihn. Die Gefühle waren weg.
mona1975 am 21. Mai 13
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