Sonntag, 26. Mai 2013
Bis kurz nach 12 Uhr schien meine Welt in Ordnung zu sein. Hatte gut geschlafen und meine Gefühle auch so weit im Griff. Und dann hab ich WhatsApp aufgemacht und dachte mich trifft der Schlag. Mario hat von sich ein Foto ins Profil gestellt. Bis dahin war keins vorhanden und das war für mich gut so. Damit war es leichter. Dieses Foto hat mich sofort wieder aus der Bahn geworfen, mir schossen die Tränen in die Augen. Ich merk wie sehr er mir fehlt. Grad heut an so einem total verregneten Sonntag.



Samstag, 25. Mai 2013
In der letzten Nacht hab ich wesentlich besser geschlafen als in der Nacht davor. Ich hab von meiner Chefin und ihrem Lebenspartner und irgendwelchen Problemen auf Arbeit geträumt (kann mich nicht mehr daran erinnern) und bin auch zwischendurch immer mal wieder wach gewesen und hab an Mario gedacht.
Heut Morgen bin ich beim Friseur gewesen und nach dem Mittag dann zu einer Shoppingtour aufgebrochen. Aber komischerweise hab ich nichts bekommen, rein gar nichts.
Jetzt sitz ich zu Hause auf der Couch und fühl mich einsam. Ich vermisse Mario. Hab schon mehrfach aufs Handy geschaut und überlegt ihm eine Nachricht zu schreiben. Aber was soll ich schreiben und was würde es mir bringen? Es würde doch nichts ändern. Auch wenn ich mir das noch so sehr wünsche.



Freitag, 24. Mai 2013
Ich bin erstaunt, dass es mir nach der letzten Nacht und dem Start heute Morgen den ganzen Tag doch erstaunlich gut ging. Die Müdigkeit und die Kopfschmerzen waren dann später weg. Hatte zwar zwischendurch mal einen leichten Durchhänger, aber sonst war es okay. Ich hab bisher noch nicht einmal weinen müssen und war auch sonst nicht niedergeschlagen. Es ist zwar immer noch schwer ihn in WhatsApp online zu sehen und nicht schreiben zu können, aber ich finde es war bisher, nach den letzten zwei Wochen, ein recht guter Tag.
Heut kam das Gutachten vom Autounfall. So ganz schlau werd ich aber nicht daraus. Muss ich mal in der Werkstatt nachfragen.



Schlechter Start in den Tag
In der vergangenen Nacht hab ich kein Auge zu getan. Ich hab im Kopf die verschiedensten Szenen durchgespielt, was passiert wenn wir uns irgendwann mal zufällig wiedersehen. Wie reagiert er, wie reagiere ich. Zwischendurch kamen dann immer wieder die unterschiedlichsten Erinnerungen hoch... Wie wir uns wieder getroffen haben, unser erster Kuss, die Gespräche und das was wir zusammen erlebt haben.
Jetzt hab ich Kopfschmerzen, bin hundemüde und fühl mich wie zerschlagen. Keine Ahnung wie ich den Arbeitstag überstehen soll. Zumal ich allein im Büro bin, da meine Kollegin ihren freien Tag hat.



Donnerstag, 23. Mai 2013
Tränen und Krise
Heute in der Mittagspause fragt mich eine Arbeitskollegin ob sich mein Ex-Freund denn noch mal gemeldet hätte. Ich dachte, mir ziehts den Boden unter den Füßen weg. Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln und musste mich wegdrehen. Die Frage kam so unvermittelt, dass mir sofort die Tränen in die Augen schossen.

Auf dem Nachhauseweg hatte ich die nächste Krise. Ich seh einfach keine Zukunft für mich... Ich bin jetzt 37, wollte gern eine Familie und Kinder haben. Aber der Zug ist für mich wohl abgefahren. Mit jedem Tag der vergeht, wird die Chance geringer, dass ich mir diese Wünsche noch erfüllen kann. Also was soll da jetzt noch kommen?
Auf Arbeit ist es eine Katastrophe, die Zahlen der Auswertungen werden immer schlechter. Meine Kollegin sucht schon einen neuen Job. Also werd ich mir auch einen Neuen suchen, bevor es zum Zusammenbruch kommt.
Und im Gespräch mit dem Gutachter für den Autounfall kam zur Sprache, dass es wohl ein Totalschaden werden wird. Klasse. Was denn noch alles?

Ich hab mich heut auch mit meiner Urlaubsbegleitung Brit geschrieben. Sie hat ja geäußert, dass es einen anderen Grund für die Trennung geben könnte, weil die Gefühle bei Mario plötzlich weg sind. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Zweifel hab ich schon, ob Mario wirklich den wahren Grund für die Trennung angegeben hat. Aber dann hätte er ja gelogen. Und das trau ich ihm nicht zu. Ehrlichkeit ist für ihn das A und O.

Eigentlich wollte ich heut einen weiteren Rückblick schreiben, aber das kann ich grad nicht. Ich bin zu traurig und die Erinnerungen schmerzen zu sehr. Er fehlt mir so wahnsinnig.



Mittwoch, 22. Mai 2013
Rückblende - Ende Februar 2013
Mario und ich haben uns irgendwann im Jahr 1999 oder 2000 kennengelernt. Er hat als DJ in einer Disko gearbeitet. Ich war als Gast dort. In den kommenden Jahren haben wir uns hin und wieder in Diskotheken oder auf Events, die er moderiert hat, getroffen. Ein paar Worte gewechselt, nie tiefergehende Gespräche geführt und auch keine Telefonnummern getauscht.Ende Februar 2013 hat er mich dann auf einer Singleplattform entdeckt und angeschrieben, schon zum 2. Mal. Das erste Mal, Jahre vorher, hab ich wohl nicht reagiert. Als die Nachricht von ihm in meinem Postfach war, wollte ich Sie schon ungelesen löschen, da kein Foto im Profil war. Aber die Neugier hat dann doch gesiegt. Ich war total überrascht, dass die Nachricht von ihm war. Hat es doch in all den Jahren nie ein Anzeichen für weitergehendes Interesse gegeben. Zumindest hab ich es nicht bemerkt. Wir haben dann mehrere Tage hin und her geschrieben. Er hat mir von seiner neuen beruflichen Tätigkeit berichtet und dass er nur noch ab und an als DJ arbeitet. Ich war doch sehr überrascht, dass er "solide" geworden ist. Hab ihn für den typischen DJ gehalten, der ständig neue Frauen hat und sich um nichts Gedanken macht. Er hat mir auch gestanden, dass er mich irgendwie schon immer gemocht hat. Und in einer seiner Nachrichten erwähnte er, dass er im März in einer Disko nicht weit von mir auflegen würde...



heute Mittag
In der vergangenen Nacht hab ich wieder richtig schlecht geschlafen. War aller halben Stunden wach. Und heut Morgen hab ich als erstes an Mario gedacht. Und mach es eigentlich immer noch. Ich kann mich nicht mal auf meine Arbeit konzentrieren. Mir fehlen die Nachrichten, die sonst so zwischendurch kamen. Ich starre aufs Handy, schaue in WhatsApp nach, ob nicht doch etwas von ihm kommt...
Vom Kopf her weiß ich, da geht nichts mehr, aber ich wünsche es mir so sehr.