Montag, 10. Juni 2013
Heut dreht sich in meinem Kopf wieder alles um Mario, wie eigentlich seit letzter Woche jeden Tag. Mein Brief sollte heute angekommen sein, denn das Hochwasser ist nun auf dem Rückzug. Da ich auf eine Antwort von ihm hoffe, starre ich den ganzen Tag schon wieder auf mein Handy und schaue in WhatsApp aller paar Minuten nach ob Mario online ist. Und er ist es regelmäßig. Entweder hat er eine neue Freundin mit der er sich schreibt oder er tauscht sich mit jemandem über meinen Brief aus. Ina, eine sehr gute Freundin von ihm, käme da in Frage. Oder es gibt noch andere Gründe warum er da so oft online ist… Der erste Punkt macht mich rasend vor Eifersucht…
Wenn er den Brief gelesen hat und sich bisher noch nicht gemeldet hat, bedeutet es wohl, dass er uns keine Chance geben möchte. Obwohl er immer noch Gefühle für mich hat… aber nicht so viele dass sie für eine gemeinsame Zukunft reichen, wie er in seinen SMS immer wieder betont hat.
Ich war heut beim Gynäkologen und hab mir wieder die Pille verschreiben lassen. Ich glaub für mich ist der Zug abgefahren bezüglich eigener Kinder. Mit Mario hätte ich mir das vorstellen können. Ich seh es förmlich vor mir. Wir haben ein kleines blondes Mädchen und er wäre total stolz. Ich glaube, er wäre einen wundervoller Vater.
Ich hab auch nie ernsthaft den Wunsch verspürt mit einem Mann zusammen zu wohnen. Aber bei Mario ist das anders. Mit ihm kann ich mir das sehr gut vorstellen. Ich seh es auch vor meinem inneren Auge. Wie wir von Arbeit nach Hause kommen und zusammen in der Küche sitzen und über den Tag reden. Das was gut war oder das was uns aufgeregt hat. Oh man, wie sehr würde ich mir das wünschen. Aber das wird wohl ein Traum bleiben…
Ich hab heut beschlossen, dass ich ihn am Mittwoch per SMS frage, ob er den Brief bekommen und gelesen hat und ob wir uns noch einmal für ein persönliches Gespräch treffen können. Was ich mir davon erhoffe, weiß ich nicht mal. Aber das soll für mich ein Abschluss werden. Ich kann nicht mehr so weiter leben. Ständig an ihn zu denken, kaum etwas essen zu können… das macht mich kaputt.
Er fehlt mir so sehr, ich lieb ihn mehr als ich je einen Mann geliebt habe. Aber die derzeitige Situation ist für mich nicht mehr zu ertragen. Ich hab einen tierischen Knoten im Magen wenn ich daran denke, dass dieses Gespräch dann wirklich das Letzte zwischen uns sein wird, aber es muss sein.